Flöhe und Milben bei Katzen – lästige Parasiten

21.09.2026 - Lesedauer: 3 Minuten

Weiß-orange Kätzchen kratzt sich am Hals auf Gras und trockenem Stroh im Freien

Wenn die Stubentiger sich häufig kratzen und allgemein sehr unruhig ist, haben deine Katze womöglich kleine Krabbeltiere im Haarkleid. Tierarzt Dr. René Reinhold beantwortet die wichtigsten Fragen zum Flohzirkus auf deinen Samtpfoten.

Interview mit Dr. René Reinhold

Woran erkennt man, dass Katzen Flöhe haben?

Dr. Reinhold: “Hauptsächlich tritt Juckreiz auf, der sich überfallsartig äussern kann. Bei starkem Befall und
vor allem hellen Fell kann man Flöhe auf den Tieren erkennen. Ansonsten hilft ein Flohkamm bei der Identifizierung.”

Welche Schäden drohen meinen Tieren bei Befall?

Dr. Reinhold:” Das können Erkrankungen der Haut, in Folge einer Flohdermatitis, sein. Ebenso kann es zu eitrigen Hautentzündungen (Pyodermien) und Haarausfall oder -bruch kommen. Nicht selten sind nässende Ekzeme aufgrund allergischer Reaktion.”

Kann Floh-Behandlung meinen Tieren schaden?

Dr. Reinhold: “Alle Arzneimittel bedürfen einer Zulassung durch die Behörde. Wirksamkeit und Sicherheit müssen also nachgewiesen sein. Eine sachgemässe Anwendung von Spot-on-Präparaten stellt sicher, dass der Patient das Mittel nicht durch Ablecken aufnehmen kann und sich dabei gegebenenfalls vergiftet.

Was hat es mit Flöhen und Milben bei Katzen auf sich?

Ektoparasiten wie Flöhe und Milben sind kein unübliches Problem für Katzen: Etwa jede fünfte Hauskatze leidet mindestens einmal im Leben unter unerwünschten tierischen Bewohnern.

Flöhe und Milben im Vergleich:

  • Flöhe sind flügellose Insekten, dabei aber alles andere als unbeweglich: Bis zu 1,5 Meter weit kann ein Floh springen. Hat das Tier es sich auf einer Katze bequem gemacht, legt es dort bis zu dreissig Eier täglich. Ein Grossteil der Flohpopulation verlässt das Wirtstier und verteilt sich an geeigneten Stellen in der Umgebung.
  • Milben sind winzige Spinnentiere, die auf das Wirtstier aufsteigen, sobald dieses am Standort des Parasiten entlang streift. Im Gegensatz zum Floh sind sie nicht auf Blut aus, sondern ernähren sich von Hautzellen, die sie mit einem körpereigenen Sekret versetzen, um sie konsumieren zu können. Manche Milben wie die Grasmilbe kommen nur saisonal im Spätsommer vor, andere Arten sind ganzjährig aktiv.

Wie werde ich Flöhe bei Katzen los?

Wenn Katzen sich jucken und kratzen sowie entzündete Hautstellen aufweisen, liegt der Verdacht auf Flöhe nahe. Gewissheit erhältst du, indem du das Fell mit einem speziellen Flohkamm kämmst. Lösen sich dabei schwarze Krümel, die sich beim Ausklopfen des Kamms auf einem feuchten Küchenpapier zu schwarzroten Flecken verfärben, handelt es sich um Flohkot.

Zur Behandlung von Katzen bei Flohbefall hast du folgende Optionen:

  • Vorbeugen kannst du einem Flohbefall mit penibler Haushaltshygiene. Besonders Teppiche, Polstermöbel und Textilien sollten sauber gehalten und regelmässig abgesaugt werden. Spot-On-Präparate – das sind Mittel, die zwischen die Schulterblätter oder in den Nacken des Tieres getropft werden – und Flohhalsbänder helfen gegen erwachsene Flöhe im Fell.
  • Leichten Befall bekämpfst du mit Floh-Spray und Spot-On-Präparaten. Zur Behandlung der Wohnung gibt es spezielle Umgebungssprays, mit denen du Körbchen, Möbel und andere Dinge, mit denen die Katzen in Berührung kommen, behandeln kannst.
  • Starken Befall löst du mit Unterstützung des Tierarztes mit medizinischen Präparaten und Sprays, Flohpulver und gegebenenfalls einer zusätzlichen Wurmkur, da Flöhe auch Wurmeier auf das Wirtstier übertragen können.

Achtung! Behandle deine Katzen niemals mit einem Anti-Floh- oder Zecken-Präparat, das für Hunde oder andere Haustiere gedacht ist! Ein nicht auf den Katzenorganismus abgestimmtes Mittel kann zum Tod des Tieres führen!

Wie die Umgebung der Katzen behandeln, zum Schutz vor Flöhen & Milben?

Alle Liegeflächen mit Antiflohpulver oder Umgebungsspray, das Flöhe, Eier und Larven abtötet, behandeln. Decken und Stoffspielzeugen bei mindestens 60 Grad Celsius waschen, Teppiche und Polster saugen (Beutel entsorgen), tägliches Nasswischen aller Fussböden.

Aha! Floh-Wissen
Schwarzer Flohkamm mit feinen Metallzähnen auf braunem Tierfell zur Entfernung von Flöhen und losem Haar
Aha! Floh-Wissen

Flöhe sind nur drei Millimeter gross, flügellos, haben aber eine grosse Sprungkraft. Sie vermehren sich rasant: Ein Flohweibchen legt bis zu 50 Eier pro Tag. Nur etwa fünf Prozent der Flöhe leben auf dem Wirt, die restlichen 95 Prozent verteilen sich auf die Umgebung.

Was richten Milben bei Katzen an?

Milben sind mikroskopische Ektoparasiten, die die Haut von Katzen befallen und dort für schuppige Veränderungen sowie Fellausfall sorgen. Die Milben siedeln sich bevorzugt an Körperpartien an, welche Katzen beim Putzen schwer erreichen: die Hautfalten an Gelenken oder Pfotenzwischenräumen. Einen Milbenbefall erkennst du, wenn beim Auskämmen orangerote Pünktchen aus dem Fell fallen. Eine andere besonders tückische Milbe, die Katzen befällt, ist die Ohrmilbe, die sich bevorzugt in den Ohren der Tiere ansiedelt. Ob Ohrmilben eine Katze befallen haben, erkennst du an einem krümeligen, schwarzen Belag im Katzenohr sowie ständigem Kopfschütteln und Kratzen der Katzen. Der Tierarzt geht medikamentös gegen Ohrmilben vor. Vorbeugend und unterstützend solltest du einen speziellen Ohrreiniger zur Pflege der Katzenohren verwenden. Dabei handelt es sich um Tinkturen, die lokal angewendet und einmassiert werden.

Zur Behandlung von Katzen bei Milbenbefall hast du folgende Optionen:

  • Vorbeugen kannst du mit penibler Hygiene im Haus – vornehmlich bei den Polstermöbeln -, Sprays oder Spot-On-Präparaten. Alte oder geschwächte Tiere benötigen eventuell zusätzlich medikamentöse Unterstützung.
  • Leichten Befall bekämpfst du mit Präparaten zum Einreiben oder speziellen Shampoos, die du vom Tierarzt erhälst oder im Fachhandel bekommst.
  • Schweren Befall löst du medikamentös: Der Tierarzt verschreibt Medikamente oder Mittel zum Einreiben.

Übrigens: Ein Milbenbefall ist einer der seltenen Fälle, in dem Katzen tatsächlich baden solltest.

Sind Flöhe und Milben auch für Menschen gefährlich?

Flöhe machen keinen grossen Unterschied zwischen Katzen und Menschen: Erstere werden zwar bevorzugt, aber auch ein Mensch kommt dem Floh zumindest vorübergehend als Wirtstier zupass. Du kannst dir also durchaus Flöhe von deinen Katzen holen, mehr noch: Der Floh kann sich auch temporär unabhängig vom Tier aufhalten und sich so über einen Umweg beispielsweise vom Sofakissen, auf dir niederlassen. Juckreiz und Allergien können durch Flohbisse ausgelöst werden. Ausserdem übertragen Flöhe Bakterien, Wurmeier und Krankheitserreger.

Achte also im eigenen Interesse darauf, dass die Katzen flohfrei sind. Auch Milben können vorübergehend auf Menschen übergreifen, aber sie halten sich dort in der Regel nicht lange: Die nur spärlich behaarte Menschenhaut ist keine geeignete Lebensumgebung für die Spinnentiere. Ein Befall mit Milben macht sich durch Hautreizungen bemerkbar. In solchen Fällen solltest du deinen Hautarzt konsultieren.

Video: "Flöhe bei Katzen"

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