Der Sachkundenachweis (SKN) – alles, was Hundebesitzer wissen müssen
05.01.2026 - Lesedauer: 6 Minuten

Im öffentlichen Raum sind unsere Vierbeiner vielen Reizen ausgesetzt: Inlineskater, Velofahrer, Nordic-Walking-Stöcke, Jogger – die Liste ist lang. Beim Sachkundenachweis geht es darum, dass dein Hund lernt, dass er sich auf dich als Navigator verlassen kann. Um Sicherheit im Strassenverkehr, Grundgehorsam und Sozialverträglichkeit mit Artgenossen und Menschen. Wie du den Sachkundenachweis ablegen kannst und was du darüber wissen musst, liest du hier.
Was ist der Sachkundenachweis?
Der Sachkundenachweis ist für den Hundehalter ein offizieller Beleg für die notwendige Kenntnisse im Umgang mit Hunden. Er attestiert dir, dass du deinen Hund so unter Kontrolle hast, dass er weder für Menschen noch für andere Tiere eine Gefährdung darstellt. Zur Prüfung gehört ein theoretischer und ein praktischer Teil. In den SKN-Kursen lernst du alles Wichtige rund um das Verhalten, die Bedürfnisse und die Erziehung deines Hundes – von der Körpersprache über Lernverhalten zu einer tiergerechten Haltung bis hin zu den rechtlichen Grundlage. Da das Hundegesetz Kantonssache ist, gibt es keine schweizweite Regelung.
Ist der Sachkundennachweis in allen Kantonen Pflicht?
In der Schweiz gibt es keine bundesweite Sachkundennachweis-Pflicht, ebenso wenig einen einheitlichen Kurs. Die Regelungen unterscheiden sich je nach Kanton und Gemeinde. Es ist daher wichtig, sich über die lokalen Vorschriften an deinem Wohnort zu informieren.
In der Schweiz gibt es auch keine landesweite Leinenpflicht, jedoch gibt es in einigen Regionen spezifische Vorschriften zur Leinenführung und zum Umgang mit Hunden im öffentlichen Raum. Bestimmte Hunde, die als “gefährlich” oder “potenziell gefährlich” gelten, unterliegen zusätzlichen Regelungen, die in verschiedenen Kantonen variieren.
Die Pflicht zum Sachkundenachweis gilt in der Schweiz für alle Ersthalter von Hunden und muss vor dem Hundekauf erfüllt werden. In einigen Kantonen, wie zum Beispiel in Zürich oder Basel, gibt es spezielle Anforderungen für Hundehalter, die einen Hund aus einer sogenannten “Rassekategorie” besitzen. In diesen Fällen ist der Nachweis der sachkundigen Haltung besonders wichtig, um die Sicherheit im Umgang mit Hunden zu gewährleisten.
Der Sachkundenachweis in der Schweiz umfasst einen Theorie- und einen Praxisteil, wobei der Praxisanteil oft einen Kurs in Hundetraining oder Verhaltenstests beinhaltet. Der genaue Ablauf kann je nach Kanton unterschiedlich sein.
Jeder Kanton trifft also seine eigenen Regelungen. Der Schweizer Tierschutz fordert übrigens, dass der Sachkundenachweis schweizweit für alle Hundehalter verpflichtend eingeführt wird. Auch die Tierrechtsorganisation PETA spricht sich für einen Hundeführerschein aus – so würden Spontankäufe von Hunden vermieden, die später ausgesetzt oder im Tierheim abgegeben würden, weil sich die Halter im Vorfeld nicht ausreichend informierten.
Wie sieht die theoretische Prüfung aus?
Im Theorieteil findet oft in kleinen Gruppen von 3 bis 10 Hundehalter statt, manche Hundeschulen bieten den Kurs auch online an. Der Umfang der Prüfung variiert – zwischen 30 bis 40 Fragen müssen bearbeitet werden. Dementsprechend hast du zwischen 45 und 60 Minuten Zeit für die Beantwortung. Überall gleich ist jedoch, dass du 80 Prozent der Fragen richtig beantworten musst, um zu bestehen. Damit erhältst du den Zugang zur praktischen Prüfung.
Abgefragt wird Wissen aus den Bereichen:
- Hund und seine Bedürfnisse: Grundbedürfnisse, Sozialverhalten, Kommunikation, Beschäftigung.
- Gesetzliche Grundlagen: Das Hundegesetz, Haftung, Meldepflichten.
- Haltung und Pflege: Anatomie, Gesundheit, Ernährung, Fellpflege, Prävention.
- Der Hundekauf: Worauf man achten muss (Welpenkauf, Herkunft).
- Umgang & Erziehung: Training, Sozialisierung, Vermeidung von Überforderung.
- Spezifische Themen: Rassenkunde, die Rolle des Hundes, etc.
Ziele des Theoriekurses:
- Sensibilisierung: Für tierschutzkonforme und gesellschaftsverträgliche Hundehaltung.
- Wissen: Vermittlung von fundiertem Wissen über Hunde und deren Bedürfnisse.
Was passiert in der praktischen Prüfung?
Der praktische Teil dauert in der Regel mindestens einen Tag (4 Stunden und mehr), oft aufgeteilt in mehrere Lektionen über ein Wochenende oder verteilt. Hier steht dein Umgang mit deinem Vierbeiner auf dem Prüfstand. Dazu beobachtet der Prüfer die Förderung der Bindung, das Verstehen der Hundekommunikation (Körpersprache), tiergerechte Erziehung sowie das sichere Führen des Hundes in Alltagssituationen, inklusive Maulkorbtraining und Risikobewertung, um eine gesellschaftsverträgliche Haltung zu gewährleisten. Inhalte sind u.a. Grundkommandos (Sitz, Platz, Komm), Leinenführigkeit, Belohnungstechniken, Umwelttraining (Stadt, Lärm), Beruhigung und Rangordnung. Bis zu sechs Hund-Mensch-Teams können an derselben praktischen Prüfung teilnehmen. Bestehst du die Prüfung, gilt der Sachkundenachweis solange du mit deinem Hund zusammenlebst. Hast du mehrere Hunde, musst du für jeden deiner Vierbeiner einen SKN ablegen. Der Nachweis gilt also immer für das jeweilige Hund-Mensch-Team. Nach bestandener Prüfung erhältst du zwei Urkunden (Theorie und Praxis), einen Ausweis im Scheckkartenformat und eine Plakette für deinen Hund.
Darauf liegt das Augenmerk des Prüfers in der praktischen Prüfung:
- Wie reagiert dein Hund auf Menschen, Menschengruppen oder Artgenossen?
- Wie reagiert er auf Autos, Ablenkungen und Lärm?
- Befolgt dein Hund Grundkommandos (Sitz, Platz, Bleib, Rückruf)?
- Bricht dein Hund auf Kommando begonnene Handlungen ab?
- Kannst du deinen Hund an der lockeren Leine führen?
- Bleibt dein Hund entspannt, unabhängig davon was um ihn herum passiert?
- Beweist dein Hund in der Prüfungssituation durchgängig Gehorsam?
- Zeigst du tiergerechtes, vorausschauendes Verhalten?
- Wie ist dein Umgang mit dem Hund?
- Erkennst du gefährliche Situationen und kannst diese vermeiden oder entschärfen (z.B. Hundebegegnungen)?

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Wie bereitest du dich vor?
Grundsätzlich besteht nicht die Pflicht an Vorbereitungskursen teilzunehmen. Im Fachhandel gibt es reichlich Literatur zur Prüfungsvorbereitung im Selbststudium. Für die Vorbereitung auf den Schweizer Sachkundenachweis (SKN) gibt es online Musterfragebögen, z.B. vom TKGS (TECHNISCHE KOMMISSION FÜR DAS GEBRAUCHS- UND SPORTHUNDEWESEN der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft).
Den Praxisteil gut vorzubereiten kann schwieriger sein. An der praktischen Prüfung nehmen mehrere Hunde gleichzeitig teil – das kann so manchen Vierbeiner ablenken. Wenn du also an keinem Vorbereitungskurs teilnimmst, solltest du mit deinem Hund auch in der Gruppe üben. Such Situationen mit vielen Reizen, die den Gehorsam deines Hundes auf die Probe stellen. Spezielle Vorbereitungskurse werden von Hundeschulen und Verbänden angeboten. Dort wirst du und dein Vierbeiner zielgerichtet für beide Prüfungen fit gemacht.
Im Schnitt benötigen die meisten Hund-Mensch-Teams zur Vorbereitung zwischen drei und vier Monaten.
Wer nimmt die Prüfungen ab?
Ablegen kann man den Sachkundenachweis in der ganzen Schweiz bei verschiedenen Vereinen, Hundeschulen, Verbänden und Hundetrainern. Auf den Websites der folgenden Verbände findest du einen Prüfungsort in deiner Nähe:
- Schweizerische Kynologische Gesellschaft (SKG): Bietet Informationen zum Nationalen Hunde-Brevet (NHB) und verlinkt zu Kursangeboten und Ausbildnern.
- NHB-BPC.dog: Die offizielle Seite des Nationalen Hunde-Brevet.
- Kantonale Websites: Das Veterinäramt deines Kantons (z.B. zh.ch) gibt Auskunft über kantonale Vorgaben und verlinkt oft zu anerkannten Stellen.
- Hundeschulen und Trainer-Verbände: Seiten wie hundeherz.ch oder hundekurse.ch listen zugelassene Anbieter für die Theorie- und Praxislektionen auf.
- VSH Verband Schweizer Hundeschulen
- Verband Kynologie Ausbildungen Schweiz VKAS
Tipp: Es lohnt sich im Vorfeld, die Webseiten der Verbände zu studieren. Dort findest du neben Prüfungsterminen auch Kursempfehlungen und hilfreiches Lernmaterial.

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Wie sehen die Zulassungsbedingungen aus?
Der Zweibeiner muss mindestens 16 Jahre, der Vierbeiner zwölf Monate alt sein, um an der Prüfung teilzunehmen. Ausserdem muss der Hund einen Identifikationsnachweis in Form eines implantierten Mikrochips sowie einen Impfpass und eine Hundehaftpflichtversicherung vorweisen.
Was kostet ein Sachkundenachweis?
Die Kosten für den Sachkundenachweis liegen für den Theoriekurs zwischen 100 und 300 Franken, während die Praxiskurse teurer sind, z.B. 300 Franken für 10 Lektionen. Die Kosten hängen stark von der Anbieterin (Hundeschule, Online-Anbieter) und dem Kanton ab. Nicht enthalten sind eventuelle Kursunterlagen. Die Prüfung kann beliebig oft wiederholt werden, sollte es beim ersten Mal nicht klappen.





