Pixiebob – Luchs mit knöchernen Problematiken
20.02.2026 - Lesedauer: 6 Minuten

Ihr wildes Aussehen täuscht - die Pixiebob ist eine intelligente Katze, die sich stark an ihre Menschen bindet.
Noah Clayton/Tetra images via Getty Images
Miauen wird sie eher selten. Stattdessen bietet die Pixiebob ihren Menschen mit einer wahren Toncollage Abwechslung, während sie ihnen wie ein Hund folgt. Sie interessiert sich für den Alltag eines jeden Familienmitglieds. Je mehr Aufmerksamkeit du ihr schenkst, desto zufriedener wird die Pixiebob sein. Allerdings gilt sie wegen des extrem kurzen Schwanzes und ihrer bis zu sieben Zehen pro Pfote (Polydaktylie) als Qualzucht und ist damit bedenklich.
Hinweis: In der Schweiz sind die Zucht, der Import, der Kauf und die Vermittlung von Rassen mit Qualzuchtmerkmalen wie haarlosen oder extrem kurzköpfigen Zuchtformen sowie weiteren Rassen, bei denen extreme Ausprägungen im Körperbau ein gesundes Leben unmöglich machen, verboten. Diese Merkmale können auch bei dieser Rasse vorkommen.
Charakter der Pixiebob
So wild sie aussieht, so umgänglich ist die Pixiebob. Sie freut sich über Gesellschaft. Dein Zuhause ist ihr Rückzugsort, an dem sie sich geborgen fühlt. Umzüge oder Reisen können ihr eher schwerfallen.
Im Laufe eines Tages wird die Pixiebob viel mit dir kommunizieren. Dies tut sie jedoch nicht, indem sie dich anmaunzt. Stattdessen wird sie dich mit einer Sammlung an Tönen überraschen. Sie plappert, brummt, schnurrt und zwitschert, was das Zeug hält.
Da die Pixiebob als sehr klug gilt, lohnt es sich, sich aktiv mit ihr zu beschäftigen. Lege ihr Intelligenzspielzeug bereit und stoppe die Zeit, die sie bis zur Lösung einer Aufgabe benötigt. Du wirst überrascht sein. Auch ist sie eine gründliche Beobachterin, die ihre Welt entdecken und verstehen will. Dafür folgt sie ihren Menschen gerne auf Schritt und Tritt. Nimm dir viel Zeit für deine Pixiebob und zeige ihr, wie wichtig sie für dich ist.
SteckbriefPixiebob
Rasse: | Pixiebob (auch Pixie-Bob) |
Herkunft: | USA |
Klassifikation: | Kurzhaar sowie Halblang-/Langhaar |
Größe: | mittelgroß bis groß |
Gewicht: | 4 bis 7 Kilogramm (Katze), 5 bis 9 Kilogramm (Kater) |
Körperbau: | muskulös, kraftvoll, Kater sind meist bis zu einem Drittel schwerer und größer als Katzen |
Kopfform: | breit, sanft geschwungen |
Augen: | dreieckig, mittelgroß, schwarze Umrandung, Grün bis Gold |
Fell und Farbe: | kurz und weich oder lang und weich, wasserabweisend, Tabby-Muster in Braun bis Rot |
Fellpflege: | einmal wöchentlich bürsten, bei längerem Fell öfter |
Charakter: | unkompliziert, verspielt, verschmust, ortsgebunden, intelligent, lernfähig, kommunikationsfreudig |
Besonderheiten: | kann bis zu sieben Zehen haben (Polydaktylie), verkürzter Schwanz, gilt daher als Qualzucht |
Haltung: | Wohnungshaltung mit viel Abwechslung möglich, gesicherter Balkon oder Garten perfekt, gerne mit anderen Haustieren |
Pixiebob: Aussehen
Wenn diese Katze bei dir wohnt und Besuch zum ersten Mal zu dir kommt, warne diesen besser vor. Denn sonst macht er vielleicht einen Sprung rückwärts beim Anblick dieses „Luchses“.
Die Pixiebob ist eine stattliche Erscheinung. Ausgeprägte Muskeln und starke Beine mit schweren Pfoten betonen ihre kräftige Statur. Ihr Schwanz ist im Vergleich zu anderen Rassen sehr kurz und erinnert an den eines Luchses. Dies ist auch der Grund, wieso diese Rasse zu den Qualzuchten zählt. Bewegt sich die Pixiebob, sorgen ihr kräftiger Knochenbau und ihr muskulöser, langgliedriger Körper für einen rollenden Gang, der auch für Wildkatzen charakteristisch ist.
Auch ihre Ohren, auf deren Spitzen oftmals luchsartige Pinsel sitzen, sowie ihr mittelgroßer Kopf – mit gerundeter Stirn, breiter Nase und langen Schnurrhaaren –lassen an eine Wildkatze denken. Die Augen haben meist Gold- und Grüntöne. Schaust du sie dir einmal genauer an, wirst du auch dort Typisches entdecken: Ihre dunkle Umrandung findet sich ebenfalls in der Welt der Wildkatzen.
Pixiebobs gibt es mit kurzem oder langem Fell. Das kurze, wollige Fell der Pixiebob steht vom Körper ab und ist am Bauch deutlich länger. Beim Streicheln wirst du bemerken, dass es sich wie gepolstert anfühlt. Nicht ohne Grund gilt es als wasserabweisend. Das Fell der Langhaar-Pixiebobs ist circa fünf Zentimeter lang mit einer seidigen, weicheren Textur. Beide weisen eine gefleckte Tabby-Zeichnung auf, diese ist kennzeichnend für die Rasse der Pixiebob. Das Tupfenmuster der Tabby-Zeichnung sitzt auf einem hellbraunen bis rötlichen Untergrund.
Haltung und Pflege der Pixiebob
Die Pixiebob bindet sich stark an ihre Menschen und ihr Zuhause. Sie lebt gern mit anderen Katzen oder auch katzenfreundlichen Hunden zusammen. Zu Kindern können Pixiebobs ein gutes Verhältnis aufbauen, solange diese sie respektvoll behandeln und sie ausreichend Zeit haben, sie vorsichtig kennenzulernen.
Hältst du die Pixiebob in einer Wohnung, sorge für ausreichend Abwechslung, Zuwendung und Platz. Auch ein gesicherter Balkon oder Garten wird deine Katze erfreuen. Mit großer Begeisterung wird sie ihr Umfeld beobachten oder dich mit leisem Brummen bei der Gartenarbeit unterstützen. Um deine Katze im Haus sinnvoll zu beschäftigen, eignet sich Activity-Feeding. Auf diese Weise wird sie nicht nur ausgelastet, sondern es wird auch ihr natürliches Verhalten gefördert, die „Beute“ zu erjagen, anstatt einfach stumpf aus einem Napf zu fressen. Als Freigängerin wird sie eher selten größere Ausflüge unternehmen. Dafür ist die Pixiebob zu ortsgebunden. Da sie aber gerne jagt, wird sie sich sicherlich mit dem einen oder anderen „Geschenk“ bei dir für ihr schönes Zuhause bedanken.
Die Fellpflege ist bei Kurzhaar-Pixiebobs problemlos, die Langhaarvariante erfordert mehr Pflege. Bürstest du deine Katze mindestens einmal wöchentlich, wird sie sich nicht nur über die Unterstützung bei der Fellpflege freuen, sondern auch über deine ungeteilte Aufmerksamkeit.
Pixiebob: Geschichte
1985 erhielt ein ganz besonderer Kater ein neues Zuhause bei der US-amerikanischen Züchterin Carol Ann Brewer. Er war mit Polydaktylie zur Welt gekommen – einer angeborenen, vererbbaren Besonderheit, die dazu führen kann, dass Betroffene (auch Menschen) zusätzliche Hand- und Fußgliedmaßen aufweisen. Auch sein getupftes Fell und sein kurzer, luchsartiger Schwanz machten das Tier speziell. Im Januar 1986 nahm die Züchterin einen weiteren Kater mit den gleichen Merkmalen auf. Sie paarte das Tier mit einer wildkatzenartigen Nachbarskatze. In diesem Wurf fand sie „Pixie“, eine Katze, die seither als Mutter aller Pixiebobs gilt. Pixiebob setzt sich aus dem Namen ebendieser Katze und der englischen Bezeichnung für den Rotluchs (bobcat) zusammen. Laut DNA-Analysen weisen die Pixiebobs allerdings keine Rotluchsmarker auf und sind somit nicht mit ihnen verwandt.
1995 wurde die neue Rasse von der International Cat Association (TICA) anerkannt. Erst zehn Jahre später wurde sie von der American Cat Fanciers Association (ACFA) akzeptiert.
Seit 2001 existiert die Rasse auch in Europa, allerdings nicht sehr verbreitet.
Gesundheit der Pixiebob
Der kurze Schwanz ist die Folge eines Gendefekts und stellt ein typisches Qualzuchtmerkmal dar. Er geht nicht nur mit der Deformation des Schwanzes selbst einher, sondern häufig auch mit schweren Erkrankungen der Wirbelsäule und des Rückenmarks. Zudem beeinträchtigt der verkürzte Schwanz die arttypische Kommunikation zwischen Katzen, was insbesondere in Mehrkatzenhaushalten zu Konflikten und Auseinandersetzungen führen kann.
Wenn du dennoch einer Katze dieser Rasse ein Zuhause geben möchtest, solltest du dich vorzugsweise in Tierheimen oder bei Tierschutzorganisationen erkundigen, ob aktuell eine Pixiebob zur Vermittlung steht – anstatt den Kreislauf der Qualzucht durch den Kauf bei Züchtern zu unterstützen. Prüfe zudem, ob die Haltung in deinem Kanton erlaubt ist.
Du solltest dir bewusst sein, dass diese Tiere zu verschiedenen Erkrankungen neigen, die oftmals eine intensive tierärztliche Betreuung erforderlich machen. Dies kann nicht nur mit erheblichem Leiden für das Tier, sondern auch mit deutlich erhöhten Tierarztkosten verbunden sein.
Qualzucht-Hinweis
Diese Rasse wird in vielen Teilen der Welt als Qualzucht eingestuft.
Haarlose, extrem kurzköpfige Zuchtformen (sogenannte brachycephale Rassen) sowie weitere, bei denen extreme Ausprägungen im Körperbau (z.B. sehr langer Rücken, stark verkrümmte Beine, Wirbelsäulenveränderungen, übermäßiges Fellwachstum usw.) vorliegen, werden als Qualzucht eingestuft, da diese Merkmale ein gesundes Leben der Tiere unmöglich machen.
Ein verantwortungsvoller Tierhalter, der natürlich viel Wert auf ein gesundes, unbeeinträchtigtes Leben seines Vierbeiners legt, sollte bei der Entscheidung für eine geeignete Rasse nicht nur auf hervorragende Charaktereigenschaften achten, sondern auch diese Hinweise unbedingt berücksichtigen.
Wir von Fressnapf setzen uns als verantwortungsbewusste Tierfreunde aktiv für das Wohlergehen der Tiere ein und möchten auf die Herausforderungen hinweisen, die bestimmte Zuchtpraktiken mit sich bringen. Daher vermeiden wir es bewusst, Bilder von Qualzuchten außerhalb expliziter Rasseportraits zu zeigen, um keine ungewollte Nachfrage zu fördern.
Uns ist zudem bewusst, dass viele Tierhalter nicht wissen, dass ihr geliebtes Haustier unter den Folgen einer Qualzucht leiden könnte. Unser Ziel ist es nicht, Schuldgefühle zu wecken, sondern durch informative Beiträge darüber aufzuklären und gleichzeitig Hilfestellungen zu geben, diesen Tieren ein möglichst gesundes und glückliches Leben zu ermöglichen.





