Wissenswertes über Igel

Der Igel ist ein Insektenfresser und gehört zu den ältesten noch lebenden Säugetieren. Er ist hauptsächlich nachts aktiv und verlässt sich bei der Futtersuche an erster Stelle auf seine hervorragende Nase. Dem Boden entlang schnuppernd, entgeht ihm so weder der Regenwurm unter der Erdoberfläche noch der kleinste Käfer. Neben der Nase ist auch das Gehör des Igels sehr gut entwickelt und viel empfindlicher als beispielsweise bei uns Menschen. Der Igel hört Geräusche bis in den Ultraschallbereich mit Frequenzen bis etwa 60’000 Hz (der Mensch im Vergleich dazu nur bis zu einer Frequenz von etwa 16’000 Hz). Dafür ist die Sehfähigkeit des Igels nur mässig gut. Gegenstände, welche sich nicht bewegen, werden vom Igel vermutlich nur unscharf wahrgenommen, was für den nachtaktiven Stöberer aber kein wirklicher Nachteil ist. Ein gesunder erwachsener Igel sieht wohlgenährt und rundlich aus, ist 24 bis 28 cm lang und ca. 800 g bis 1’500 g schwer. In der Schweiz gehört der Igel zu den ganzjährig geschützten Wildtieren.

Die Ansprüche, die der Igel an seinen Lebensraum stellt, sind nicht sehr hoch. Kleinräumige und abwechslungsreiche Kulturlandschaften, welche als idealer Lebensraum für den Igel gelten, sind allerdings in der Schweiz beinahe verschwunden. An ihre Stelle sind sterile Gärten, monotone Schul- und Parkanlagen in verdichteten Siedlungsgebieten getreten. In naturnah gestalteten Gärten jedoch werden die Igel heimisch und freuen sich über das reichhaltige Nahrungsangebot sowie zahlreiche Unterschlupf- und Nistgelegenheiten.

Wenn Sie einen kranken, verletzten oder unterernährten Igel finden, setzen Sie sich bitte umgehend mit einer Igelstation in Verbindung. Versuchen Sie nie auf eigene Faust, einem Igel zu helfen, denn dafür braucht es spezifisches Fachwissen.

Igel benötigen unsere Hilfe, wenn sie

  • verletzt, krank oder unterernährt sind
  • sich nicht einkugeln
  • apathisches Verhalten zeigen
  • übermässigen Zecken- oder Flohbefall haben
  • mit Fliegeneiern oder -maden befallen sind
  • noch sehr jung sind, geschlossene Augen und Ohren haben und sich ausserhalb des Mutternestes befinden
  • nach Wintereinbruch noch herumlaufen
  • tagsüber unterwegs sind
  • röcheln oder husten
  • hinken oder andere Gangabnormalitäten haben
  • sichtbare Verletzungen aufweisen
  • breiigen-dünnflüssigen Kot ausscheiden

Hilfsbedürftige Igel gehören in die Hände von Fachleuten. Setzen Sie sich vor jedem Eingreifen mit einer Igelstation in Ihrer Umgebung in Verbindung oder kontaktieren die kostenlose 24-Stunden Notfallnummer von Pro Igel unter 079 652 90 42.

Verein Pro Igel, Kirchgasse 16, CH 8332 Russikon
Tel. 044 767 07 90, info@pro-igel.ch, www.pro-igel.ch

Ein naturnaher Garten bietet Igeln neben einem reichhaltigen Nahrungsangebot, zahlreiche Unterschlupf- und Nistgelegenheiten. Mit einfachen Mitteln kann jeder Garten zum Igel-Paradies werden:

  • Hecken aus einheimischen Sträuchern ziehen Insekten an und bieten Schutz
  • Wildblumenwiese anstelle von Rasenteppich für ein vielfältiges Nahrungsangebot
  • Komposthaufen ziehen nicht nur viele Insekten an, sie sind auch gut isolierte Unterschlüpfe für den Winterschlaf, Tages-Schlafplätze oder sogar für die Kinderstube
  • Ast- und Laubhaufen, Holzstapel, Steine und Bretter sind geeignete Verstecke
  • Flache Wasserschale oder ein kleiner Teich als Durstlöscher
  • Offene Zäune für einen freien Durchgang
  • Keine Schädlingsbekämpfungsmittel, da Igel diese durch die Nahrung aufnehmen können

Der natürliche Lebensraum des Igels wird von der modernen Landwirtschaft immer mehr verdrängt. Gärten sind wichtige Rückzugsmöglichkeiten für Igel. Sie werden gerne in naturnah gestalteten Gärten heimisch und freuen sich natürlich an einem komfortablen Winterquartier.

Unser Tipp: Igelhaus aufstellen

Igel sind Nützlinge gegen Schnecken und andere Schädlinge. Ein naturbelassener Garten ist die beste Voraussetzung, damit Igel sich einnisten. Unter Dornengestrüpp, Reisig- und Laubhaufen oder in Hecken bauen Igel im Spätherbst ihre Nester. Bis dahin sollte das Igelhaus aufgestellt sein. Den Boden des Häuschens mit einer dicken Schicht Zeitungen, Laub oder Holzschnitzel auslegen. Grosszügig mit Stroh oder zerknüllten Zeitungsschnitzel auffüllen. Bitte kein Heu verwenden, dies kann schimmeln. Platzieren Sie das Igelhaus an einem ruhigen, schattigen Ort, der vor direkter Sonneneinstrahlung, Regen und Feuchtigkeit geschützt ist, mit dem Eingang zur regenabgewandten Seite. Reinigen Sie das Igelhaus jedes Jahr, am besten im Mai, mit heissem Wasser. 

Mit Zufütterung helfen Sie einem gesunden Igel, das Idealgewicht für den Winterschlaf zu erreichen und erleichtern ihm das Aufwachen im Frühling, wenn das Nahrungsangebot noch nicht so gross ist.

Gewicht und Grösse eines gesunden Igels

  • Ein gesunder Igel sieht wohlgenährt und rundlich aus
  • Erwachsener Igel: 24 – 28 cm, 800 – 1500 g
  • Junger Igel: bis 24 cm, 500 – 600 g

Untergewicht vor der Winterruhe

  • Einen untergewichtigen Igel erkennen Sie an der länglichen Form, den eingefallenen Flanken und dem hochbeinigen Gang
  • Igel der Igelstation melden und sich beraten lassen
  • Zufüttern und erneut wiegen, bis das Idealgewicht erreicht ist
  • Wenn das Idealgewicht erreicht ist, beim nächsten Temperatursturz Futter entziehen, so fällt der Igel in den Winterschlaf

Fütterung vor dem Winterschlaf

  • Igel halten von November bis März Winterschlaf
  • Futter vor Regen und Katzen schützen und täglich wechseln
  • Immer frisches Wasser anbieten, niemals Milch verfüttern

Fütterung gegen Ende des Winterschlafs

  • Igel erwachen zwischen März und April aus dem Winterschlaf
  • Falls nötig, Igelfutter und frisches Wasser weiterhin für einige Wochen bereitstellen

Bei Fressnapf finden Sie Trocken- und Nassfutter für die Zufütterung. Futter in einer flachen Schale bereitstellen – Wasser nicht vergessen.

 

Bitte füttern Sie nur unterernährte Igel und dies nur in Absprache mit einer Igelstation oder einem Tierarzt.

Checkliste: So machen Sie Igel wieder heimisch in Ihrem Garten

Hier können Sie unsere Igel-Checkliste herunterladen: